Das Team des Vereins "jung"

Auftaktveranstaltung des Vereins „jung“ an der JKU Linz

Der Verein „jung – Interdisziplinäre Vereinigung für Jugendrecht und Jugendhilfen“ wurde im Sommer 2019 von Vertreterinnen und Vertretern des Sozialbereichs (unter ihnen Mitarbeiter/innen der Sozialen Initiative), der Justiz, der Wissenschaft und der Rechtsanwaltschaft gegründet.

Zu den Zielen des Vereins gehört die Vernetzung der verschiedenen Professionen, die fachliche und öffentliche Diskussion in der Jugendkriminalrechtspflege sowie die Förderung der Jugendkriminal- und Jugendhilfepolitik, um damit und unter Berücksichtigung der wissenschaftlichen Erkenntnisse und praktischen Erfahrungen einen Beitrag zur Lösungsfindung im Hinblick auf jugendliche Straftäter und „Problemjugendliche“ zu leisten. Das Motto des Vereins: „Jugendnetzwerk gewinnt.

Durch die Auftaktveranstaltung am 23. Jänner 2020 an der Linzer Johannes-Kepler-Universität führte Mag. Philip Christl. Univ.-Prof. Dr. Alois Birlbauer präsentierte Anzeige- und Verurteilungsstatistiken von Jugendlichen und jungen Erwachsenen und belegte damit eindrucksvoll, dass – entgegen der breiten medialen Berichterstattung – die Zahl der Verurteilungen im Zehnjahresvergleich um ein Drittel gesunken sei und es auch keine Belege gebe, dass Gewalttaten brutaler geworden seien. Demgegenüber sei der Anteil ausländischer Jugendstraftäter bei Raub und Suchtmitteldelikten höher geworden als jener inländischer Jugendlicher. Ungünstige, die Kriminalität begünstigende Faktoren wie Entwurzelung und fehlende Integration seien einige der Ursachen hierfür.

Mag. Roland Urban aus dem Qualitätsmanagement der Sozialen Initiative und die Betreuerin Laura Halasz stellten das Projekt „Moverz“ vor. Dabei werden junge Menschen zu „Peers“ ausgebildet, die sich in Folge um in Wohngruppen untergebrachte Jugendliche kümmern. Das zugrunde liegende Credo ist „Beteiligung“, also die Einbindung von Kindern und Jugendlichen in Entscheidungsprozesse zu allen Themen, von denen sie mittelbar oder unmittelbar betroffen sind. Der Grund, warum viele auf die schiefe Bahn geraten, sei oft das Fehlen von Geborgenheit innerhalb der Familie oder von echten Freunden, so Laura Halasz.

DSA Harald Felbermair vom Verein NEUSTART präsentierte Projekte, durch die den Jugendlichen im Rahmen von Bewährungshilfe die Haft erspart bleiben sollen. Eines der Prestigeprojekte ist etwa das „Mauthausen-Projekt“, bei dem Jugendliche oder junge Erwachsene im Rahmen eines Rundgangs durch die KZ-Gedenkstätte einen Anstoß zur Reflexion erhalten sollen. Ferner betonte Harald Felbermair die positiven Erfahrungen, die mit Sozialnetzkonferenzen erzielt werden: Hier werden Familie und Freunde inhaftierter Jugendlicher „aktiviert“, um gemeinsam Problemlösungen für die Zeit nach der Haftentlassung zu finden und somit weitere Straftaten zu verhindern.